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MDDr. Hladík über den Mangel an Zahnärzten in der Tschechischen Republik

20. Oktober 2025 · 2 Min. Lesezeit

Die Tschechische Republik sieht sich einem langfristigen Problem mit einer ungleichmäßigen Verteilung von Zahnärzten gegenüber. Auf den ersten Blick sehen die Statistiken gut aus — im Land sind fast neuntausend Zahnärzte tätig und ihre Zahl wächst. Die Realität der Patienten ist jedoch völlig anders. Während es in großen Städten, besonders in Prag, relativ genug Zahnärzte gibt, warten Menschen in kleineren Städten und Regionen Monate, manchmal sogar ein ganzes Jahr auf eine Behandlung.

Prag voll, Regionen leer

Nach Angaben der Tschechischen Zahnärztekammer sollte die ideale Anzahl von Patienten pro Zahnarzt fünfzehnhundert Menschen nicht überschreiten. In der Realität ist es jedoch häufig das Doppelte. Während in Prag ein Zahnarzt auf etwa 750 Einwohner kommt, teilen sich in der Region Mittelböhmen über zweitausend Menschen einen Arzt. Die Situation ist auch in den Regionen Karlsbad, Aussig und Reichenberg kritisch. Zahnärzte in der Hauptstadt sind unterausgelastet, während diejenigen in den Regionen Patienten ablehnen müssen. Menschen, die keinen Zahnarzt an ihrem Wohnort finden, haben keine andere Wahl, als für zahnärztliche Versorgung Dutzende Kilometer zu fahren. In der Prager Klinik The Clinic machen Patienten von außerhalb Prags bis zu 30 Prozent der Kundschaft aus, meist aus der Region Mittelböhmen.

Überlastete Notfalldienste

Zahnärztliche Notfalldienste funktionieren in der Tschechischen Republik zwar noch, ihr Betrieb ist jedoch langfristig gefährdet. In der gesamten Republik gibt es nur 84, wobei es beispielsweise in den Regionen Olmütz und Pilsen nur drei gibt. Aufgrund des hohen Patientenaufkommens sind die Notfalldienste überlastet und die Wartezeiten erstrecken sich über mehrere Stunden. Der Mangel an Notfalldiensten ist vor allem auf die niedrige Vergütung der von Krankenkassen erbrachten Leistungen zurückzuführen. Ein Problem ist auch der Personalmangel — sowohl bei Zahnärzten als auch bei anderem medizinischen Personal. Für junge Zahnärzte ist die Erbringung von akuter zahnärztlicher Versorgung eher demotivierend, da es schwierig ist, mit Notfallpatienten eine längerfristige präventive Zusammenarbeit aufzubauen. Die Dienstleistung, die früher hauptsächlich von staatlichen Krankenhäusern erbracht wurde, wird heute von privaten Zahnkliniken zu ergänzen versucht.

Junge Ärzte zieht es in die Städte

Das Fachgebiet zieht junge Menschen an — jedes Jahr beenden etwa dreihundert Studenten ihr Zahnmedizinstudium, und ab 2028 kommt auch eine neue Fakultät in Ostrava hinzu. Die meisten Absolventen zieht es nach der Schule jedoch in große Städte, wo es mehr Potenzial, Karrieremöglichkeiten und höhere Gehälter gibt. Die Regionen versuchen, neue Ärzte zu motivieren — sie bieten Wohnungen, vollständig ausgestattete Praxen, Dienstwagen oder Antrittsboni an. Trotzdem bevorzugen die meisten jungen Zahnärzte das Leben in der Stadt. Ein Zahnarzt kann nämlich praktisch jeder Absolvent mit Diplom und Mitgliedschaft in der Tschechischen Zahnärztekammer eröffnen — im Gegensatz zu praktischen Ärzten benötigen Zahnärzte keine Facharztausbildung. Die Situation bleibt daher paradox: Tschechien hat genug Zahnärzte, aber viele Menschen können sich keine Behandlung leisten.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel auf Médium.cz

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